Erklärvideo erstellen lassen: Kosten, Stile und worauf du achten musst
Ein animiertes Erklärvideo erklärt dein Produkt in 90 Sekunden. Was die Produktion kostet, welcher Stil passt und woran du eine gute Produktionsfirma erkennst.

Was kostet es, ein Erklärvideo erstellen zu lassen?

| Zone | Preis | Was du bekommst | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|
| KI-Tool | 0 bis 500 € | Automatisch generierte Clips aus Textvorlagen | Interne Schulungen, schnelle Tests |
| Template | 500 bis 3.000 € | Vorgefertigte Szenen, deine Texte und Farben | Einfache Produkte, kleines Budget |
| Individuell 2D | 3.000 bis 12.000 € | Eigenes Skript, eigenes Design, eigene Figuren | Markenauftritt, Website, Vertrieb |
| Premium 3D | 12.000 bis 30.000 € | Aufwändige 3D-Welten, fotorealistische Render | Produkte, die man sonst nicht zeigen kann |
Welcher Erklärvideo-Stil passt zu deinem Thema?

- Whiteboard: Eine Hand zeichnet die Geschichte live. Funktioniert gut für komplexe, rationale Themen wie Versicherungen oder Prozesse, wirkt aber inzwischen oft angestaubt.
- 2D Flat Design: Flache Figuren und Formen, klar und modern. Der Standard für die meisten Unternehmensvideos, weil er fast jedes Corporate Design aufnehmen kann.
- Motion Graphics: Abstrakte Formen, Diagramme und Typografie in Bewegung. Ideal für Daten, Abläufe und B2B-Themen ohne menschliche Figuren.
- 3D Animation: Räumliche, oft fotorealistische Darstellung. Die richtige Wahl, wenn du Produkte zeigen musst, die innen liegen, noch nicht existieren oder zu klein für die Kamera sind.
- Character Animation: Eine wiederkehrende Figur trägt die Geschichte. Hoher Wiedererkennungswert, eignet sich für Serien und Kampagnen.
- Screencast: Der echte Bildschirm deiner Software, mit Zooms, Hervorhebungen und Sprecher. Pflichtbestandteil fast jedes Software-Videos.
Erklärvideo selbst erstellen oder erstellen lassen?
| Weg | Realistische Kosten | Zeitaufwand intern | Sinnvoll für |
|---|---|---|---|
| KI-Generator | 0 bis 40 € im Monat | 2 bis 5 Stunden | Interne Infos, schnelle Tests, Entwürfe |
| Baukasten-Tool | 15 bis 100 € im Monat | 8 bis 20 Stunden | Schulungen, Social-Clips, wiederkehrende Formate |
| Freelancer | 1.500 bis 5.000 € | 3 bis 6 Stunden | Ein klar umrissenes Video ohne Markenaufbau |
| Agentur | 3.000 bis 12.000 € | 4 bis 8 Stunden | Website, Vertrieb, Marke, wiederverwendbares System |
Erklärfilm für SaaS: Der Sonderfall Software
- Welches Problem löst die Software? Die ersten zehn Sekunden gehören dem Schmerz der Zielgruppe, nicht deinem Logo.
- Wie fühlt sich die Lösung an? Kurze Screencast-Sequenzen zeigen die zwei oder drei wichtigsten Abläufe, bewusst vereinfacht und aufgeräumt.
- Was passiert als Nächstes? Ein einziger Call-to-Action: Demo buchen, kostenlos testen, mehr erfahren. Nicht alle drei gleichzeitig.
Das beste Erklärvideo nützt nichts, wenn das Skript schwach ist. Wir schreiben erst den Sprechertext und lesen ihn laut vor, bevor auch nur ein einziges Bild entsteht. Wer umgekehrt arbeitet, produziert teure Bewegtbild-Tapete.
Praxisbeispiel: Blue Ant

So läuft die Produktion eines Erklärvideos ab
- Briefing und Skript: Zielgruppe, Kernbotschaft, Tonalität. Der Sprechertext entsteht vor allem anderen und wird laut gelesen und gestoppt.
- Storyboard: Jede Szene als einzelnes Bild, mit Sprechertext darunter. Hier erkennst du, ob die Dramaturgie trägt.
- Stilframes: Zwei oder drei komplett ausgearbeitete Bilder im finalen Look. Erst nach deiner Freigabe wird animiert.
- Animation und Vertonung: Die eigentliche Produktion mit Sprecher, Sounddesign und Musik.
- Freigaben und Formate: Finale Version plus Kurzfassungen für Social Media, idealerweise direkt mit eingeplant. Ein Drehtag beziehungsweise eine Produktion sollte mehr liefern als nur ein Video, wie wir auch in unserem Artikel zur Social-Media-Nutzung von Bewegtbild beschreiben.
Welche Fehler solltest du bei der Produktion vermeiden?
- Zu viele Botschaften: Ein Erklärvideo hat Platz für genau eine Kernbotschaft. Wer drei Produkte, die Firmengeschichte und die neue App in 90 Sekunden unterbringen will, erklärt am Ende gar nichts.
- Features statt Probleme: Niemand interessiert sich für sieben Funktionen. Alle interessiert, ob ihr Problem gelöst wird. Das Skript muss beim Schmerz der Zielgruppe beginnen, nicht bei deiner Produktliste.
- Der Sprecher als Sparpotenzial: Ein guter Sprecher kostet 300 € bis 800 € und trägt den halben Film. Eine schwache Stimme oder eine KI-Stimme ohne Feinschliff macht selbst die beste Animation unglaubwürdig.
- Keine Rechte geklärt: Musik, Sprecher und Figuren brauchen klare Nutzungsrechte, idealerweise zeitlich unbegrenzt und für alle deine Kanäle. Kläre das schriftlich im Angebot, nicht nach der Rechnung.
- Nur ein Format bestellt: Der Film liegt als 16:9 vor, gebraucht wird er auf LinkedIn, Instagram und auf der Website. Kurzfassungen in 1:1 und 9:16 direkt mitzuproduzieren kostet wenig extra, nachträglich wird es teuer.
Schulungsvideo, Lernvideo oder Produktvideo: Was brauchst du wirklich?
- Erklärvideo: 60 bis 90 Sekunden, erklärt ein Problem und deine Lösung. Ziel ist Verständnis und ein nächster Schritt. Gehört auf Startseite, Landingpage und in den Vertrieb.
- Produktvideo: 1 bis 3 Minuten, zeigt ein konkretes Produkt mit Funktionen und Details. Ziel ist die Kaufentscheidung kurz vor dem Abschluss.
- Schulungsvideo: 3 bis 10 Minuten, führt Schritt für Schritt durch einen Ablauf. Ziel ist Handlungsfähigkeit, meist intern oder im Kundenservice.
- Lernvideo: Teil einer Reihe, didaktisch aufgebaut, mit Wiederholung und Übung. Ziel ist Wissenstransfer über mehrere Einheiten.
Woran misst du den Erfolg deines Erklärvideos?
- Sichtungsdauer: Wie viele Zuschauer sehen bis zur Call-to-Action am Ende? Unter 50 % deutet auf ein Längen- oder Dramaturgieproblem hin, nicht auf das falsche Thema.
- Conversion auf der Landingpage: Vergleiche die Anfragen der Seite mit und ohne eingebettetes Video. Hier zeigt sich der eigentliche Wert, nicht in den Aufrufzahlen.
- Nutzung im Vertrieb: Versendet dein Sales-Team den Film in Erstgesprächen und Angeboten? Ein Video, das der Vertrieb ignoriert, beantwortet meist die falschen Fragen.
Woran erkennst du eine gute Erklärvideo-Agentur?
- Wer schreibt das Skript? Wenn die Antwort "Sie liefern uns den Text" lautet, kaufst du reine Animationsdienstleistung. Das kann passen, ist aber etwas anderes als eine konzeptionelle Produktion.
- Sehe ich Stilframes vor der Animation? Seriöse Anbieter zeigen zwei bis drei fertige Bilder im finalen Look, bevor sie animieren. Wer direkt animiert, macht Korrekturen teuer.
- Wie viele Korrekturschleifen sind enthalten? Zwei Schleifen pro Phase sind üblich. Unbegrenzt klingt großzügig, endet aber meist in vagen Verträgen.
- Welche Nutzungsrechte bekomme ich? Zeitlich unbegrenzt, weltweit, alle Kanäle, inklusive Musik und Sprecher. Alles andere holt dich in zwei Jahren ein.
- Bekomme ich die Projektdateien? Nicht selbstverständlich, aber verhandelbar. Ohne sie ist jede spätere Änderung ein neues Projekt.
Lohnt sich ein Erklärvideo für dein Unternehmen?
Häufige Fragen
Was kostet ein Erklärvideo?+
Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?+
Was ist der Unterschied zwischen Erklärvideo und Erklärfilm?+
Welcher Stil eignet sich für ein SaaS-Explainer-Video?+
Wie lange dauert die Produktion eines Erklärvideos?+
Kann ich ein Erklärvideo mit KI selbst erstellen?+
Was muss im Briefing für ein Erklärvideo stehen?+
Lohnt sich ein Erklärvideo auch für kleine Unternehmen?+
Was ist der Unterschied zwischen Erklärvideo und Schulungsvideo?+
Lohnt sich ein Erklärvideo-Tool wie Simpleshow oder Canva?+
Woran erkenne ich eine gute Erklärvideo-Agentur?+
Quellen
- The State of Video Marketing 2025, Wyzowl (2025)
- Video Marketing Statistics und Conversion-Studien, HubSpot (2025)

Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.
Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.
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