Imagefilm Kosten: Was ein professioneller Imagefilm wirklich kostet
Was ein professioneller Imagefilm wirklich kostet: Preisstaffeln, eine vollständige Beispielkalkulation pro Drehtag, die drei häufigsten Kostenfallen und der ehrliche Vergleich zwischen Agentur, Freelancer und Inhouse.

Was ein Imagefilm kostet, kurz eingeordnet

Preisspannen im Überblick
| Umfang | Preisrahmen | Typischer Inhalt | Drehtage |
|---|---|---|---|
| Kompakt | 3.000 – 8.000 € | Ein Drehort, kleines Team, 60–90 Sekunden, Musik aus Lizenzbibliothek | 1 |
| Standard | 8.000 – 20.000 € | Konzept und Drehbuch, zwei bis drei Drehorte, Interviews, Drohne, Untertitel, Schnittfassungen für Social Media | 2–3 |
| Aufwendig | 20.000 – 50.000 € | Mehrere Standorte, Schauspiel oder Casting, Set-Design, Sounddesign, Sprecher, Motion Design | 4+ |
| Kampagne | ab 50.000 € | Filmfamilie aus Hauptfilm, Cutdowns, Recruiting- und Produktversionen, mehrsprachig | individuell |
Die sieben Kostentreiber

- Konzept und Drehbuch. Je klarer die Botschaft vor dem Dreh steht, desto günstiger wird die Produktion. Konzeptarbeit kostet Zeit, spart aber Drehtage.
- Drehtage und Drehorte. Jeder zusätzliche Standort bedeutet Anfahrt, Auf- und Abbau, neue Lichtsituation. Zwei Locations an einem Tag sind meist günstiger als zwei halbe Tage an verschiedenen Tagen.
- Teamgröße. Ein Zwei-Personen-Team ist schlank und flexibel. Sobald Licht, Ton, Regie und Kameraassistenz getrennt besetzt werden, steigt der Tagessatz deutlich.
- Technik. Kamera, Objektive, Gimbal, Licht und Funkstrecken laufen als Mietposten mit. Drohnenaufnahmen brauchen zusätzlich eine Genehmigung und einen zertifizierten Piloten.
- Postproduktion. Schnitt, Farbkorrektur, Sounddesign, Untertitel und Motion Design machen bei vielen Projekten 30 bis 50 Prozent des Budgets aus. Genau hier entsteht der Qualitätsunterschied.
- Musik und Sprecher. Lizenzmusik aus einer Bibliothek kostet wenig, eine Komposition mehrere tausend Euro. Professionelle Sprecher berechnen nach Nutzungsumfang.
- Nutzungsrechte. Rechte für Musik, Schauspiel und Stimme gelten häufig zeitlich und räumlich begrenzt. Eine unbefristete, weltweite Nutzung ist teurer als zwei Jahre Deutschland.
Der teuerste Imagefilm ist der, den niemand zu Ende schaut. Wir investieren lieber einen Tag mehr ins Konzept als einen Drehtag ins Blaue, weil die Wirkung im Kopf entsteht und nicht im Equipment.
Beispiel-Budget für einen Standard-Imagefilm
| Position | Anteil | Betrag |
|---|---|---|
| Konzept, Drehbuch, Regie | 15 % | 2.100 € |
| Produktionsleitung und Vorbereitung | 10 % | 1.400 € |
| Drehtage inklusive Team | 35 % | 4.900 € |
| Technik und Miete | 10 % | 1.400 € |
| Postproduktion, Color, Sound | 25 % | 3.500 € |
| Musiklizenz und Rechte | 5 % | 700 € |
Praxisbeispiel: ZOO Event

Wie du dein Budget realistisch festlegst
- Ziel definieren. Neukundengewinnung, Recruiting, Messe oder Vertriebsunterstützung führen zu völlig unterschiedlichen Filmen. Welcher Filmtyp zu welchem Ziel passt, klärt Imagefilm oder Recruiting-Video, die Umsetzung mit echten Mitarbeitenden steht in Recruiting-Video.
- Kanal festlegen. Ein Film für die Startseite darf 90 Sekunden dauern, ein Recruiting-Clip für Instagram sollte nach 30 Sekunden fertig sein. Für B2B gelten eigene Längen, nachzulesen in LinkedIn Video: Formate und Längen.
- Laufzeit einplanen. Ein Film, der drei Jahre laufen soll, verträgt ein höheres Budget als eine Kampagne für eine einzelne Messe.
- Zweitverwertung mitdenken. Cutdowns, Hochkantformate und Untertitelversionen kosten im selben Projekt wenig extra, später aber einen neuen Auftrag. Bei Events lohnt sich zusätzlich ein Aftermovie aus demselben Drehmaterial.
Woran du eine faire Kalkulation erkennst
- Zahl der enthaltenen Korrekturschleifen, üblich sind zwei
- klare Regelung, wem das Rohmaterial gehört
- benannte Nutzungsrechte für Musik, Stimme und Personen
- Angabe, welche Formate und Seitenverhältnisse geliefert werden
- Zeitplan mit Meilensteinen für Konzept, Dreh und Abnahme
Günstiger produzieren, ohne billig zu wirken
Beispielkalkulation: ein Drehtag im Detail
| Position | Aufwand | Richtwert |
|---|---|---|
| Konzept, Drehbuch, Storyboard | 1,5 Tage | 1.200 bis 1.800 € |
| Regie und Kamera am Drehtag | 10 Stunden | 1.400 bis 1.900 € |
| Ton und Licht inkl. Equipment | 10 Stunden | 700 bis 1.100 € |
| Zweite Kamera oder Drohne | Halbtag | 450 bis 800 € |
| Schnitt, Farbkorrektur, Tonmischung | 3 bis 4 Tage | 1.800 bis 2.800 € |
| Musiklizenz und Sprecher | pauschal | 250 bis 900 € |
| Social-Cutdowns, drei Formate | 1 Tag | 600 bis 900 € |
| Summe | 6.400 bis 10.200 € |
Was ein Drehtag wirklich enthält
- 07:30 bis 09:00 Uhr, Aufbau. Licht setzen, Ton einpegeln, Location räumen. Das dauert länger, als alle denken.
- 09:00 bis 12:30 Uhr, erster Block. Interviews zuerst, solange die Menschen frisch sind und der Kopf klar ist.
- 12:30 bis 13:15 Uhr, Pause. Nicht streichen. Wer durchdreht, dreht schlechter.
- 13:15 bis 17:00 Uhr, zweiter Block. Arbeitssituationen, Details, Schnittbilder. Hier entsteht das Material, das den Film später zusammenhält.
- 17:00 bis 18:00 Uhr, Abbau und Datensicherung. Kopien auf zwei getrennte Datenträger, bevor jemand nach Hause fährt.
Die drei häufigsten Kostenfallen
Agentur, Freelancer oder inhouse im Vergleich
| Freelancer | Agentur | Inhouse | |
|---|---|---|---|
| Tagessatz bzw. Projektpreis | 700 bis 1.200 € | 5.000 bis 20.000 € | Personalkosten |
| Konzept und Strategie | meist nicht enthalten | enthalten | abhängig vom Team |
| Ausfallsicherheit | eine Person, ein Risiko | Team, Vertretung möglich | begrenzt |
| Passend für | einzelne Clips, klare Vorgabe | Filme mit Markenanspruch | laufender Content-Bedarf |
| Typische Schwäche | Konzeptlücke | höherer Einstiegspreis | Betriebsblindheit |
Bei einem Projekt haben wir vor dem Dreh zwei Tage nur mit dem Kunden gesprochen, ohne Kamera. Das war die teuerste und gleichzeitig günstigste Position im Angebot, weil wir dadurch am Drehtag keine einzige Einstellung doppelt gedreht haben.
Was du bekommst, wenn du 3.000, 8.000 oder 20.000 Euro ausgibst
Wie ein Angebot lesbar wird
- Positionen statt Pauschale. Eine Zeile mit "Videoproduktion, 9.000 €" ist kein Angebot, sondern eine Zahl. Du musst erkennen können, wie viele Drehtage, wie viele Schnitttage und welche Rechte enthalten sind.
- Korrekturschleifen benannt. Zwei Schleifen sind Standard. Jede weitere kostet, und das gehört ins Angebot, nicht in die Schlussrechnung.
- Lieferumfang in Formaten. Welche Seitenverhältnisse, welche Auflösung, welche Dateiformate, mit und ohne Untertitel.
- Rohmaterial. Wem gehört es, wie lange wird es archiviert, was kostet die Herausgabe. Viele Konflikte entstehen erst zwei Jahre später an genau dieser Stelle.
- Zahlungsplan. Üblich sind 40 Prozent bei Auftrag, 30 nach Dreh, 30 nach Abnahme. Vollständige Vorkasse ist unüblich, Zahlung erst nach Abnahme ebenso.
Rechnet sich das? Eine nüchterne Betrachtung
| Vergleich | Kosten pro Monat | Wirkung |
|---|---|---|
| Imagefilm über 3 Jahre | ca. 220 € | Website, Vertrieb, Recruiting, Messe |
| Eine Fachanzeige pro Quartal | ca. 400 € | einmalige Sichtbarkeit |
| Eine zusätzliche Vertriebsstunde pro Woche | ca. 300 € | direkt, aber nicht skalierbar |
Woran du zu günstige Angebote erkennst
Fazit
Häufige Fragen
Was kostet ein Imagefilm im Durchschnitt?+
Geht ein Imagefilm auch für unter 5.000 Euro?+
Wovon hängen die Kosten am stärksten ab?+
Wie lange dauert die Produktion eines Imagefilms?+
Wie lang sollte ein Imagefilm sein?+
Sind Drohnenaufnahmen teuer?+
Was passiert mit dem Rohmaterial?+
Wie oft sollte ein Imagefilm erneuert werden?+

Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.
Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.
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