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    Web & Design

    Agentur, Freelancer oder Baukasten: Wer soll deine Website bauen?

    Baukasten, Freelancer oder Agentur? Ein ehrlicher Vergleich nach Budget, Tempo, Ausfallrisiko und Skalierung – mit Entscheidungshilfe für dein nächstes Website-Projekt.

    von Josef Kujawski7 Min Lesezeit1.088 Wörter
    Agentur, Freelancer oder Baukasten: Wer soll deine Website bauen?
    Kurzantwort
    Ein Baukasten passt, wenn die Website nur existieren muss und du alles selbst pflegst. Ein Freelancer passt bei klarem Umfang und interner Projektsteuerung, birgt aber ein Ausfallrisiko, weil alles an einer Person hängt. Eine Agentur kostet im Angebot mehr, deckt dafür Strategie, Design, Entwicklung, SEO und Betreuung mit Vertretung ab. Entscheidend ist nicht der Angebotspreis, sondern die Gesamtkosten über drei Jahre inklusive Pflege.

    Die Frage ist nicht "wer ist billiger", sondern "wer trägt das Risiko"

    Baukasten, Freelancer oder Agentur: Die drei Optionen unterscheiden sich weniger im Ergebnis am Tag des Livegangs als in dem, was danach passiert. Wer haftet, wenn die Seite nicht rankt? Wer ist erreichbar, wenn das Kontaktformular ausfällt? Wer denkt an Barrierefreiheit, Datenschutz und Ladezeit, wenn niemand danach fragt?

    Deshalb sortieren wir hier nicht nach Preis, sondern nach vier Faktoren: Budget, Tempo, Ausfallrisiko und Skalierung. Diesen Artikel liest du am besten als Entscheidungshilfe. Konkrete Preisspannen findest du in Was kostet eine Website wirklich?, der komplette Projektablauf steht in Website erstellen lassen.

    Vergleichsmatrix mit den Spalten Baukasten, Freelancer und Agentur und den Zeilen Budget, Tempo, Risiko und Skalierung
    Keine Option gewinnt überall. Entscheidend ist, welche Zeile für dich am schwersten wiegt.

    Baukasten: schnell, planbar, begrenzt

    Wix, Squarespace, Jimdo oder der Baukasten deines Hosters bringen dich in wenigen Tagen online. Du zahlst eine Monatsgebühr, brauchst niemanden zu briefen und kannst Texte selbst ändern. Das ist ein echter Vorteil, wenn Zeit und Budget knapp sind.

    Die Grenzen zeigen sich später: eingeschränkte Struktur bei mehr als 10 bis 15 Seiten, wenig Kontrolle über Ladezeit und semantisches HTML, Templates, die in deiner Branche schon dreimal im Einsatz sind, und ein Umzug, der später Arbeit macht, weil Inhalte im System hängen. Für die Frage, welches System technisch was leistet, haben wir einen eigenen Artikel: Webdesign Tech Stack Vergleich.

    Passt, wenn: du eine Visitenkarte im Netz brauchst, das Geschäft nicht über die Website läuft, und du bereit bist, alles selbst zu pflegen.

    Freelancer: nah dran, günstig, aber ein Kanal

    Gute Freelancer arbeiten schneller und günstiger als jede Agentur, weil kein Overhead dazwischen steht. Du sprichst direkt mit der Person, die baut. Bei klar umrissenen Projekten – eine Landingpage, ein Redesign auf bestehender Struktur, ein Templateausbau – ist das oft die effizienteste Lösung.

    Das Risiko liegt in der Bandbreite. Eine Person deckt selten Strategie, Text, Design, Entwicklung, SEO und Barrierefreiheit gleichzeitig ab. Und sie ist ein einzelner Kanal: Urlaub, Krankheit oder ein größerer Auftrag beim Nachbarkunden verschieben deinen Termin. Wenn nach dem Livegang niemand mehr antwortet, hast du eine Website ohne Betreuung.

    Passt, wenn: der Umfang klar ist, du intern jemanden hast, der das Projekt steuert, und du für Wartung eine schriftliche Vereinbarung triffst.

    Kernaussage
    Freelancer scheitern selten am Können, sondern an fehlender Vertretung und unklarem Scope. Beides lässt sich vertraglich lösen: fixer Leistungsumfang plus Wartungsvereinbarung mit Reaktionszeit.

    Agentur: teurer im Angebot, günstiger im Gesamtverlauf

    Eine Agentur bringt mehrere Disziplinen an einen Tisch: Strategie, Design, Entwicklung, Text, SEO und Betreuung. Das kostet im Angebot mehr, weil Rollen sichtbar abgerechnet werden, die beim Freelancer entweder mitlaufen oder fehlen. Rechnet sich das? Immer dann, wenn die Website Umsatz bringen soll und nicht nur existieren muss.

    Der zweite Punkt ist Kontinuität. Fällt eine Person aus, übernimmt eine andere. Es gibt eine Dokumentation, ein Design-System und einen Ansprechpartner mit Vertretung. Und es gibt jemanden, der auch dann an Redirects, Core Web Vitals[1] und Barrierefreiheit denkt, wenn im Briefing kein Wort davon steht.

    Passt, wenn: die Website Leads oder Verkäufe liefern soll, mehrere Stakeholder beteiligt sind, oder wenn Marke, Website und Content zusammen entwickelt werden.

    Die teuerste Website ist fast nie die teuerste Rechnung. Es ist die, die nach zwei Jahren neu gebaut werden muss, weil niemand an Struktur, Rechte und Weiterentwicklung gedacht hat.
    Josef Kujawski, Geschäftsführer Maluure GmbH

    Direktvergleich

    KriteriumBaukastenFreelancerAgentur
    Typisches Investment15–50 € / Monat1.500–8.000 € einmalig6.000–30.000 € einmalig oder monatlich
    Zeit bis liveTage3–6 Wochen6–12 Wochen
    Strategie & Positionierungnicht enthaltenteilweisefester Bestandteil
    SEO-GrundlagenTemplate-Standardabhängig von PersonProzessbestandteil
    Barrierefreiheit (BFSG)eingeschränkt steuerbarabhängig von Personprüfbar umsetzbar
    AusfallsicherheitAnbieterabhängigeine PersonTeam mit Vertretung
    Skalierung (Sprachen, Shop, Tools)begrenztprojektabhängigeingeplant

    Die Zahlen sind Erfahrungswerte aus unseren Projekten im Mittelstand, keine Listenpreise. Ein Baukasten wird teuer, sobald du Agenturarbeit hineinsteckst. Eine Agentur wird günstig, sobald du die Folgekosten von drei Anläufen gegenrechnest.

    So entscheidest du in fünf Minuten

    1. Umsatzrelevanz prüfen: Kommen Anfragen oder Bestellungen über die Website? Wenn ja, ist der Baukasten raus.
    2. Steuerung klären: Hast du intern jemanden, der Inhalte liefert, Feedback bündelt und Termine hält? Wenn nein, brauchst du ein Team, das führt.
    3. Zeitraum festlegen: Soll die Seite drei Jahre halten oder ein Jahr überbrücken? Kurzfristige Überbrückung rechtfertigt einen Baukasten.
    4. Folgeaufwand einplanen: Wer pflegt, aktualisiert und misst nach dem Launch? Ohne Antwort darauf ist jede Variante ein Risiko.
    5. Budget realistisch verteilen: Plane 20 bis 30 Prozent des Erstbudgets pro Jahr für Betreuung und Weiterentwicklung ein.

    Kernaussage
    Frag nicht "Was kostet eine Website?", sondern "Was kostet diese Website über drei Jahre inklusive Betreuung?". Diese Rechnung dreht das Ergebnis in der Regel zugunsten der professionellen Umsetzung.

    Der Mittelweg: fester Umfang, klare Rate

    Zwischen Baukasten und klassischem Agenturprojekt gibt es ein drittes Modell: eine professionell gebaute Website mit definiertem Umfang und laufender Betreuung zu einer festen monatlichen Rate. Genau dafür haben wir die Maluure-Page™ gebaut. Wann das sinnvoll ist und wann ein Einmalpreis besser passt, steht in Website-Leasing und Website im Abo und in Homepage zum Festpreis.

    Praxisbeispiel: Balltastic

    Balltastic ist ein gutes Beispiel für den Punkt, an dem ein Baukasten nicht mehr reicht. Das Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich brauchte nicht nur eine Website, sondern zuerst eine Marke: Logik, Farbwelt, Bildsprache und Tonalität mussten stehen, bevor überhaupt Layouts sinnvoll waren. Wir haben Branding und Web in einem Prozess entwickelt, damit die digitale Präsenz nicht wie ein nachträglich übergestülptes Template wirkt.

    Übersicht des Marken- und Webauftritts von Balltastic
    Balltastic: Branding und Website in einem Prozess, umgesetzt von der Maluure GmbH

    Zur vollständigen Case Study: Balltastic →

    Genau diese Kombination ist der Unterschied zur Freelancer-Lösung: Eine Person hätte Design oder Umsetzung geliefert, aber selten beides in gleicher Tiefe plus Markenarbeit.

    Woran du eine seriöse Umsetzung erkennst

    Unabhängig davon, für wen du dich entscheidest, gelten dieselben Prüfsteine: schriftlicher Leistungsumfang statt mündlicher Zusagen, klare Rechte an Design und Quellcode, Zugriff auf Domain und Hosting in deinem Namen, dokumentierte Übergabe und eine benannte Reaktionszeit für Störungen. Fehlt einer dieser Punkte, ist der Preis egal.

    Für die konkrete Auswahl vor Ort haben wir zusätzlich Internetagentur: Leistungen, Kosten und wie du die richtige findest und Webdesigner für kleine Unternehmen geschrieben.

    Wir sagen dir ehrlich, wenn ein Baukasten oder ein Freelancer für deinen Fall die bessere Wahl ist. In 30 Minuten hast du eine Einschätzung zu Umfang, Aufwand und realistischem Budget.
    Kostenloses Erstgespräch

    Häufige Fragen

    Was ist besser: Agentur, Freelancer oder Baukasten?+
    Es hängt von der Umsatzrelevanz ab. Läuft dein Geschäft über die Website, ist eine Agentur meist die sicherste Wahl. Bei klar umrissenem Umfang reicht ein Freelancer, für reine Online-Visitenkarten genügt ein Baukasten.
    Wie viel günstiger ist ein Freelancer als eine Agentur?+
    In der Regel 40 bis 60 Prozent im Erstprojekt. Der Unterschied schrumpft, sobald Strategie, Text, SEO und laufende Betreuung dazukommen, weil diese Leistungen dann extern zugekauft werden müssen.
    Kann ich später vom Baukasten zu einer Agenturlösung wechseln?+
    Ja, aber der Umzug kostet Zeit. Inhalte lassen sich meist übernehmen, Struktur und Design selten. Plane Redirects für alle alten URLs ein, sonst verlierst du bestehende Rankings.
    Reicht ein Baukasten für SEO aus?+
    Für lokale Basissichtbarkeit oft ja. Bei Wettbewerb um umkämpfte Keywords fehlen dir Kontrolle über Seitenstruktur, Ladezeit und technische Details, die den Unterschied in den Suchergebnissen machen.
    Was kostet eine Website bei einer Agentur?+
    Für mittelständische Unternehmen liegen professionelle Projekte typischerweise zwischen 6.000 und 30.000 Euro, abhängig von Umfang, Strategieanteil und Funktionen. Monatliche Modelle verteilen diesen Betrag über die Laufzeit.
    Wie sichere ich mich bei einem Freelancer ab?+
    Mit schriftlichem Leistungsumfang, klarer Rechteübertragung an Design und Quellcode, Zugängen zu Domain und Hosting in deinem Namen sowie einer Wartungsvereinbarung mit fester Reaktionszeit.
    Ist eine Agentur bei kleinen Unternehmen überhaupt sinnvoll?+
    Ja, wenn intern niemand das Projekt steuern kann oder wenn Marke und Website zusammen entstehen sollen. Für kleine Budgets gibt es Modelle mit festem Umfang und monatlicher Rate.
    Wer kümmert sich nach dem Launch um die Website?+
    Das musst du vorher festlegen. Ohne Betreuungsvereinbarung veraltet jede Website, unabhängig davon, wer sie gebaut hat. Plane 20 bis 30 Prozent des Erstbudgets pro Jahr für Pflege und Weiterentwicklung ein.

    Quellen

    1. Core Web Vitals, Google / web.dev (2024)
    #Webdesign Agentur#Freelancer#Website Baukasten#Agenturauswahl#Website erstellen lassen
    Josef Kujawski
    Autor
    Josef Kujawski
    Geschäftsführer & Creative Director bei Maluure

    Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.

    Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.

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