Agentur, Freelancer oder Baukasten: Wer soll deine Website bauen?
Baukasten, Freelancer oder Agentur? Ein ehrlicher Vergleich nach Budget, Tempo, Ausfallrisiko und Skalierung – mit Entscheidungshilfe für dein nächstes Website-Projekt.

Die Frage ist nicht "wer ist billiger", sondern "wer trägt das Risiko"
Baukasten, Freelancer oder Agentur: Die drei Optionen unterscheiden sich weniger im Ergebnis am Tag des Livegangs als in dem, was danach passiert. Wer haftet, wenn die Seite nicht rankt? Wer ist erreichbar, wenn das Kontaktformular ausfällt? Wer denkt an Barrierefreiheit, Datenschutz und Ladezeit, wenn niemand danach fragt?
Deshalb sortieren wir hier nicht nach Preis, sondern nach vier Faktoren: Budget, Tempo, Ausfallrisiko und Skalierung. Diesen Artikel liest du am besten als Entscheidungshilfe. Konkrete Preisspannen findest du in Was kostet eine Website wirklich?, der komplette Projektablauf steht in Website erstellen lassen.

Baukasten: schnell, planbar, begrenzt
Wix, Squarespace, Jimdo oder der Baukasten deines Hosters bringen dich in wenigen Tagen online. Du zahlst eine Monatsgebühr, brauchst niemanden zu briefen und kannst Texte selbst ändern. Das ist ein echter Vorteil, wenn Zeit und Budget knapp sind.
Die Grenzen zeigen sich später: eingeschränkte Struktur bei mehr als 10 bis 15 Seiten, wenig Kontrolle über Ladezeit und semantisches HTML, Templates, die in deiner Branche schon dreimal im Einsatz sind, und ein Umzug, der später Arbeit macht, weil Inhalte im System hängen. Für die Frage, welches System technisch was leistet, haben wir einen eigenen Artikel: Webdesign Tech Stack Vergleich.
Passt, wenn: du eine Visitenkarte im Netz brauchst, das Geschäft nicht über die Website läuft, und du bereit bist, alles selbst zu pflegen.
Freelancer: nah dran, günstig, aber ein Kanal
Gute Freelancer arbeiten schneller und günstiger als jede Agentur, weil kein Overhead dazwischen steht. Du sprichst direkt mit der Person, die baut. Bei klar umrissenen Projekten – eine Landingpage, ein Redesign auf bestehender Struktur, ein Templateausbau – ist das oft die effizienteste Lösung.
Das Risiko liegt in der Bandbreite. Eine Person deckt selten Strategie, Text, Design, Entwicklung, SEO und Barrierefreiheit gleichzeitig ab. Und sie ist ein einzelner Kanal: Urlaub, Krankheit oder ein größerer Auftrag beim Nachbarkunden verschieben deinen Termin. Wenn nach dem Livegang niemand mehr antwortet, hast du eine Website ohne Betreuung.
Passt, wenn: der Umfang klar ist, du intern jemanden hast, der das Projekt steuert, und du für Wartung eine schriftliche Vereinbarung triffst.
Agentur: teurer im Angebot, günstiger im Gesamtverlauf
Eine Agentur bringt mehrere Disziplinen an einen Tisch: Strategie, Design, Entwicklung, Text, SEO und Betreuung. Das kostet im Angebot mehr, weil Rollen sichtbar abgerechnet werden, die beim Freelancer entweder mitlaufen oder fehlen. Rechnet sich das? Immer dann, wenn die Website Umsatz bringen soll und nicht nur existieren muss.
Der zweite Punkt ist Kontinuität. Fällt eine Person aus, übernimmt eine andere. Es gibt eine Dokumentation, ein Design-System und einen Ansprechpartner mit Vertretung. Und es gibt jemanden, der auch dann an Redirects, Core Web Vitals[1] und Barrierefreiheit denkt, wenn im Briefing kein Wort davon steht.
Passt, wenn: die Website Leads oder Verkäufe liefern soll, mehrere Stakeholder beteiligt sind, oder wenn Marke, Website und Content zusammen entwickelt werden.
Die teuerste Website ist fast nie die teuerste Rechnung. Es ist die, die nach zwei Jahren neu gebaut werden muss, weil niemand an Struktur, Rechte und Weiterentwicklung gedacht hat.
Direktvergleich
| Kriterium | Baukasten | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|---|
| Typisches Investment | 15–50 € / Monat | 1.500–8.000 € einmalig | 6.000–30.000 € einmalig oder monatlich |
| Zeit bis live | Tage | 3–6 Wochen | 6–12 Wochen |
| Strategie & Positionierung | nicht enthalten | teilweise | fester Bestandteil |
| SEO-Grundlagen | Template-Standard | abhängig von Person | Prozessbestandteil |
| Barrierefreiheit (BFSG) | eingeschränkt steuerbar | abhängig von Person | prüfbar umsetzbar |
| Ausfallsicherheit | Anbieterabhängig | eine Person | Team mit Vertretung |
| Skalierung (Sprachen, Shop, Tools) | begrenzt | projektabhängig | eingeplant |
Die Zahlen sind Erfahrungswerte aus unseren Projekten im Mittelstand, keine Listenpreise. Ein Baukasten wird teuer, sobald du Agenturarbeit hineinsteckst. Eine Agentur wird günstig, sobald du die Folgekosten von drei Anläufen gegenrechnest.
So entscheidest du in fünf Minuten
- Umsatzrelevanz prüfen: Kommen Anfragen oder Bestellungen über die Website? Wenn ja, ist der Baukasten raus.
- Steuerung klären: Hast du intern jemanden, der Inhalte liefert, Feedback bündelt und Termine hält? Wenn nein, brauchst du ein Team, das führt.
- Zeitraum festlegen: Soll die Seite drei Jahre halten oder ein Jahr überbrücken? Kurzfristige Überbrückung rechtfertigt einen Baukasten.
- Folgeaufwand einplanen: Wer pflegt, aktualisiert und misst nach dem Launch? Ohne Antwort darauf ist jede Variante ein Risiko.
- Budget realistisch verteilen: Plane 20 bis 30 Prozent des Erstbudgets pro Jahr für Betreuung und Weiterentwicklung ein.
Der Mittelweg: fester Umfang, klare Rate
Zwischen Baukasten und klassischem Agenturprojekt gibt es ein drittes Modell: eine professionell gebaute Website mit definiertem Umfang und laufender Betreuung zu einer festen monatlichen Rate. Genau dafür haben wir die Maluure-Page™ gebaut. Wann das sinnvoll ist und wann ein Einmalpreis besser passt, steht in Website-Leasing und Website im Abo und in Homepage zum Festpreis.
Praxisbeispiel: Balltastic
Balltastic ist ein gutes Beispiel für den Punkt, an dem ein Baukasten nicht mehr reicht. Das Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich brauchte nicht nur eine Website, sondern zuerst eine Marke: Logik, Farbwelt, Bildsprache und Tonalität mussten stehen, bevor überhaupt Layouts sinnvoll waren. Wir haben Branding und Web in einem Prozess entwickelt, damit die digitale Präsenz nicht wie ein nachträglich übergestülptes Template wirkt.

Zur vollständigen Case Study: Balltastic →
Genau diese Kombination ist der Unterschied zur Freelancer-Lösung: Eine Person hätte Design oder Umsetzung geliefert, aber selten beides in gleicher Tiefe plus Markenarbeit.
Woran du eine seriöse Umsetzung erkennst
Unabhängig davon, für wen du dich entscheidest, gelten dieselben Prüfsteine: schriftlicher Leistungsumfang statt mündlicher Zusagen, klare Rechte an Design und Quellcode, Zugriff auf Domain und Hosting in deinem Namen, dokumentierte Übergabe und eine benannte Reaktionszeit für Störungen. Fehlt einer dieser Punkte, ist der Preis egal.
Für die konkrete Auswahl vor Ort haben wir zusätzlich Internetagentur: Leistungen, Kosten und wie du die richtige findest und Webdesigner für kleine Unternehmen geschrieben.
Häufige Fragen
Was ist besser: Agentur, Freelancer oder Baukasten?+
Wie viel günstiger ist ein Freelancer als eine Agentur?+
Kann ich später vom Baukasten zu einer Agenturlösung wechseln?+
Reicht ein Baukasten für SEO aus?+
Was kostet eine Website bei einer Agentur?+
Wie sichere ich mich bei einem Freelancer ab?+
Ist eine Agentur bei kleinen Unternehmen überhaupt sinnvoll?+
Wer kümmert sich nach dem Launch um die Website?+
Quellen
- Core Web Vitals, Google / web.dev (2024)

Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.
Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.
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