Website für Handwerksbetriebe: Was sie können muss, um Aufträge und Fachkräfte zu bringen
Volle Auftragsbücher, aber keine Fachkräfte? Eine gute Handwerker-Website bringt passende Anfragen und Bewerbungen. Was sie dafür braucht.

Volle Auftragsbücher, leere Werkstatt: die eigentliche Herausforderung
Die drei Aufgaben einer Handwerker-Website

- Gefunden werden. Wer „Heizungsbauer" oder „Dachdecker" plus Ort sucht, sollte dich finden.
- Vertrauen schaffen. Echte Fotos, echte Menschen, echte Projekte. Kein Stockfoto mit Bauhelm.
- Anfragen leicht machen. Auf dem Smartphone, in wenigen Schritten, mit den Infos, die du für ein Angebot brauchst.
Was auf die Website gehört
| Bereich | Inhalt | Warum |
|---|---|---|
| Leistungen | Jede Leistung eigene Seite, mit Einzugsgebiet | Wird bei Google gezielt gefunden |
| Referenzen | Vorher-nachher-Fotos eigener Projekte | Stärkster Vertrauensbeweis |
| Team | Fotos und Namen der Ansprechpartner | Persönlich, zeigt Betriebsgröße |
| Bewertungen | Google-Bewertungen eingebunden oder verlinkt | Sozialer Beweis |
| Anfrage | Formular in wenigen Schritten, Telefon klickbar | Senkt die Hürde |
| Karriere | Stellen, Ausbildung, Einblicke, Kurzbewerbung | Fachkräftegewinnung |
| Pflichtangaben | Impressum, Datenschutz, Handwerkskammer | Rechtliche Grundlage |
Lokal sichtbar werden
- Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, mit Kategorien, Öffnungszeiten, Fotos und Leistungsgebiet. Google nennt Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Faktoren für lokale Rankings. [2]
- Bewertungen aktiv einholen, zum Beispiel per QR-Code auf der Rechnung, und jede beantworten.
- Leistungsseiten mit Ortsbezug, etwa „Badsanierung in Köln-Ehrenfeld", statt einer einzigen Seite „Leistungen".
- Einheitliche Kontaktdaten überall: Website, Profil, Branchenverzeichnisse.
Anfragen, die wirklich passen

- Leistung wählen über große Kacheln.
- Eckdaten angeben: Ort, Zeitraum, grober Umfang, optional Fotos hochladen.
- Kontakt hinterlassen mit Rückrufwunsch.
Die Karriereseite: dein bester Recruiter
- echte Einblicke in Werkstatt, Baustelle und Team
- was du bietest: Firmenwagen, Weiterbildung, Arbeitszeiten, Werkzeug
- einen Ansprechpartner mit Foto und Telefonnummer
- eine Kurzbewerbung ohne Anschreiben, zur Not per WhatsApp oder Rückruf
Was kostet eine Handwerker-Website?
| Umfang | Typischer Inhalt | Richtwert |
|---|---|---|
| Kompakt | Startseite, Leistungen, Referenzen, Kontakt | ca. 3.000 bis 5.000 € |
| Standard | Zusätzlich Leistungsseiten mit Ortsbezug, Karriere | ca. 5.000 bis 9.000 € |
| Umfangreich | Mehrstufige Anfrage, Projektgalerie, mehrere Standorte | ca. 9.000 bis 12.000 € |
Barrierefreiheit: Pflicht oder Kür?
Bei Handwerksbetrieben sehen wir immer wieder: Die beste Werbung sind die eigenen Projekte und das eigene Team. Unsere Aufgabe ist es, das sichtbar zu machen und den Weg zur Anfrage oder Bewerbung so kurz wie möglich zu halten.
Webdesign für Handwerker: Was eine gute Seite ausmacht
- Echte Bilder statt Stockfotos: Baustellen, fertige Projekte, das Team, die Werkstatt. Lieber ein ehrliches Handyfoto bei gutem Licht als ein austauschbares Archivbild.
- Klare Struktur: Leistungen, Referenzen, Über uns, Karriere, Kontakt. Mehr braucht es selten.
- Mobil zuerst: Die meisten Anfragen kommen vom Smartphone, oft direkt von der Baustelle oder aus dem Auto. Telefonnummer und Anfrage-Button müssen mit dem Daumen erreichbar sein.
- Schnelle Ladezeit: Große Galerien sauber komprimieren, sonst verlierst du Besucher, bevor sie das erste Projekt sehen.
Referenzen, die wirklich überzeugen
- Ausgangslage: Was war das Problem? Ein Foto vom Vorher-Zustand.
- Lösung: Was habt ihr gemacht, mit welchen Materialien, in welcher Zeit?
- Ergebnis: Fotos vom fertigen Projekt, idealerweise mit kurzem Kundenzitat.
- Ort: Stadtteil oder Gemeinde nennen. Das hilft Interessenten aus der Nähe und stärkt die lokale Sichtbarkeit.
Handwerker-Website erstellen lassen oder selbst bauen?
| Kriterium | Baukasten selbst gemacht | Professionell erstellen lassen |
|---|---|---|
| Startaufwand | Gering, aber viele eigene Stunden | Abstimmung, dann wenig eigener Aufwand |
| Design | Vorlage, oft austauschbar | Auf Betrieb und Zielgruppe zugeschnitten |
| Local SEO | Grundfunktionen | Leistungsseiten mit Ortsbezug, Technik, Struktur |
| Karriereseite | Meist einfache Textseite | Durchdacht, mit Kurzbewerbung |
| Pflege | Selbst, oft liegen gelassen | Wartung und Updates geregelt |
Häufige Fehler auf Handwerker-Websites
- Keine Ortsangaben: „Wir sind Ihr Partner für alles rund ums Dach" sagt Google nicht, wo du arbeitest.
- Nur ein Kontaktweg: Manche wollen anrufen, andere lieber abends ein Formular ausfüllen. Biete beides an.
- Veraltete Inhalte: Eine Stellenanzeige von vor zwei Jahren wirkt, als gäbe es den Betrieb kaum noch.
- Formular mit 15 Pflichtfeldern: Frag zuerst nur das Nötigste, Details klärst du im Gespräch.
- Fehlendes Impressum oder Datenschutz: Das kostet Vertrauen und kann abgemahnt werden.
Im Handwerk entscheidet am Ende das Gespräch. Die Website muss nur dafür sorgen, dass die richtigen Leute anrufen.
Checkliste für deine Handwerker-Website
- Jede Leistung hat eine eigene Seite mit Einzugsgebiet
- Echte Fotos von Projekten und Team statt Stockbildern
- Google-Unternehmensprofil vollständig und mit Bewertungen
- Telefonnummer auf dem Smartphone mit einem Tipp anrufbar
- Anfrageformular in wenigen, geführten Schritten
- Karriereseite mit Kurzbewerbung
- Schnelle Ladezeit auch im Mobilfunknetz
- Impressum mit Handwerkskammer und Berufsbezeichnung
Häufige Fragen
Braucht ein Handwerksbetrieb heute überhaupt eine Website?+
Was kostet eine Website für Handwerker?+
Welche Inhalte gehören auf eine Handwerker-Website?+
Wie wird mein Handwerksbetrieb bei Google gefunden?+
Hilft eine Website bei der Suche nach Azubis und Fachkräften?+
Sollte ich Preise auf meiner Handwerker-Website nennen?+
Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz auch für Handwerker?+
Wie oft sollte ich meine Website aktualisieren?+
Was sollte Webdesign für Handwerker besonders beachten?+
Soll ich meine Handwerker-Website selbst erstellen oder erstellen lassen?+
Quellen
- Fachkräftesituation im Handwerk, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) (2025)
- How to improve your local ranking on Google, Google Business Profile Help (2025)
- Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), Bundesministerium der Justiz (2021)

Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.
Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.
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