Website für Anwaltskanzleien: Seriös auftreten, Mandate gewinnen
Mandanten suchen in einer Ausnahmesituation nach Hilfe. Wie eine Kanzlei-Website Vertrauen schafft, berufsrechtlich sauber bleibt und Mandate bringt.

Mandanten suchen in einer Ausnahmesituation
Die ersten zehn Sekunden

- Rechtsgebiet: Ist die Kanzlei für mein Anliegen zuständig?
- Anwalt: Wer würde mich vertreten, und wirkt das kompetent und vertrauenswürdig?
- Kontakt: Wie schnell bekomme ich einen Termin oder einen Rückruf?
Was auf die Website gehört
| Bereich | Inhalt | Tipp |
|---|---|---|
| Rechtsgebiete | Eigene Seite pro Gebiet, verständlich erklärt | Typische Fälle aus Mandantensicht beschreiben |
| Anwälte | Fotos, Werdegang, Fachanwaltstitel, Sprachen | Echte Porträts statt Stockbilder |
| Erstberatung | Ablauf, Kosten, was mitbringen | Senkt die Hemmschwelle |
| Kontakt | Telefon, Formular, Terminbuchung, Rückruf | Mobil mit einem Tipp erreichbar |
| Ratgeber | Artikel zu konkreten Rechtsfragen | Bringt Besucher über Google |
| Pflichtangaben | Impressum mit berufsrechtlichen Angaben | Siehe unten |
Was berufsrechtlich gilt
- Sachlichkeitsgebot: Werbung ist nach § 43b BRAO erlaubt, soweit sie sachlich über die berufliche Tätigkeit informiert und nicht auf ein Mandat im Einzelfall gerichtet ist. [1]
- Bezeichnungen: Fachanwaltstitel nur nach Verleihung. Begriffe wie „Spezialist" nur, wenn sie zutreffen und nicht mit einem Fachanwaltstitel verwechselt werden können. [2]
- Impressum: Zusätzlich zu den üblichen Angaben Kammer, Berufsbezeichnung mit Staat der Verleihung, berufsrechtliche Regelungen und Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung mit räumlichem Geltungsbereich. [3]
- Datenschutz: Anfragen enthalten oft sensible Informationen. Formulare fragen nur das Nötigste ab, die Übertragung ist verschlüsselt, Tracking läuft nur mit Einwilligung.
Praxisbeispiel: MRD Legal

Sichtbar bei Google

- eine eigene Seite pro Rechtsgebiet mit Ortsbezug
- Ratgeber-Artikel, die konkrete Fragen verständlich beantworten
- ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen, auf die sachlich und ohne Mandatsdetails geantwortet wird
- technische Qualität: schnelle Ladezeit, saubere Struktur, mobil gut bedienbar
Was kostet eine Kanzlei-Website?
| Umfang | Typischer Inhalt | Richtwert |
|---|---|---|
| Kompakt | Kanzlei, Rechtsgebiete, Anwälte, Kontakt | ca. 4.000 bis 6.000 € |
| Standard | Zusätzlich Seiten pro Rechtsgebiet, Terminbuchung | ca. 6.000 bis 10.000 € |
| Umfangreich | Ratgeber-Bereich, mehrsprachig, Fotoshooting | ca. 10.000 bis 14.000 € |
Bei Kanzleien ist Zurückhaltung eine Stärke. Eine ruhige, präzise Website mit echten Gesichtern und klaren Wegen sagt mehr über die Qualität der Arbeit als jeder Superlativ.
Rechtsgebietsseiten, die Mandanten verstehen
- Einstieg aus Mandantensicht: „Ihnen wurde gekündigt?" statt „Arbeitsrecht umfasst das Individual- und Kollektivarbeitsrecht."
- Typische Situationen: Drei bis fünf konkrete Fälle, in denen du hilfst.
- Ablauf: Was passiert nach der Anfrage? Erstgespräch, Unterlagen, Fristen.
- Fristen deutlich nennen: Etwa die dreiwöchige Klagefrist bei Kündigungsschutzklagen. Das zeigt Kompetenz und schafft Dringlichkeit.
- Ansprechpartner: Wer bearbeitet dieses Rechtsgebiet, mit Foto und Fachanwaltstitel.
- Kontakt am Ende jeder Seite: Nicht erst über das Menü.
Ratgeber: Sichtbarkeit durch Expertise
| Ratgeber-Typ | Beispiel | Nutzen |
|---|---|---|
| Erklärung | Was ist eine Abmahnung? | Grundlagen verständlich machen |
| Anleitung | Einspruch gegen Bußgeldbescheid in 5 Schritten | Konkrete Hilfe, hohe Relevanz |
| Fristen und Kosten | Was kostet eine Scheidung? | Häufige Suchanfrage mit Kaufabsicht |
| Urteile | Neues BAG-Urteil zu Überstunden | Aktualität, zeigt Fachkompetenz |
Vertrauen digital aufbauen
- Echte Porträts und kurze Videos, in denen sich Anwältinnen und Anwälte vorstellen.
- Bewertungen aus dem Google-Unternehmensprofil, ehrlich und unbearbeitet.
- Transparenz bei Kosten: Ablauf und Kosten der Erstberatung offen erklären.
- Mitgliedschaften und Fachanwaltstitel sachlich nennen, ohne Übertreibung.
Häufige Fehler auf Kanzlei-Websites
- Juristendeutsch: Wer die Seite nicht versteht, fragt auch nicht an.
- Ein Rechtsgebiet pro Zeile: Eine bloße Liste ohne eigene Seiten wird bei Google kaum gefunden.
- Unverschlüsselte Formulare oder Formulare, die zu viele sensible Details abfragen.
- Veraltete Inhalte: Rechtslagen ändern sich. Ratgeber mit altem Stand schaden dem Vertrauen.
Eine Kanzlei-Website muss nicht laut sein. Sie muss in einem unruhigen Moment Ruhe ausstrahlen und den nächsten Schritt klar machen.
Checkliste für deine Kanzlei-Website
- Rechtsgebiete auf der Startseite sofort erkennbar
- Eigene Seite pro Rechtsgebiet, aus Mandantensicht geschrieben
- Echte Porträts mit Werdegang und Fachanwaltstiteln
- Erstberatung mit Ablauf und Kosten erklärt
- Kontakt mobil mit einem Tipp, optional Terminbuchung
- Impressum mit Kammer, Berufsrecht und Berufshaftpflicht
- Sachliche Sprache ohne Superlative
- Ratgeber-Artikel zu häufigen Rechtsfragen
Häufige Fragen
Was muss auf die Website einer Anwaltskanzlei?+
Dürfen Anwälte auf ihrer Website werben?+
Darf ich mich als Spezialist bezeichnen?+
Wie sollte eine Kanzlei-Website gestaltet sein?+
Wie gewinnt eine Kanzlei Mandanten über Google?+
Kann ich auf der Kanzlei-Website eine Online-Terminbuchung anbieten?+
Was kostet eine Website für Anwälte?+
Wie sollte eine Rechtsgebietsseite aufgebaut sein?+
Lohnen sich Ratgeberartikel für Anwaltskanzleien?+
Quellen
- Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO), § 43b Werbung, Bundesministerium der Justiz (2024)
- Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA), §§ 6 bis 10, Bundesrechtsanwaltskammer (2025)
- Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV), Bundesministerium der Justiz (2010)

Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.
Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.
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