Hick's Law: Warum jede zusätzliche Option deine Website bremst
Je mehr Optionen du Besuchern gibst, desto länger brauchen sie für eine Entscheidung, und desto öfter treffen sie gar keine. Hick's Law erklärt den Zusammenhang, und wir zeigen, was du konkret daraus machst.

Das Problem: Deine Website bietet zu viele Wege
Das Prinzip: Hick''s Law
Herkunft und Einordnung
Anwendung auf digitale Produkte
- Navigation: Sieben Menüpunkte sind nicht doppelt so schlimm wie vier, aber spürbar teurer. Studien zur Usability empfehlen, die Top-Level-Navigation auf das Wesentliche zu begrenzen. [3]
- Call-to-Actions: Zwei gleichwertige Buttons nebeneinander („Anrufen“ und „Formular ausfüllen“) halbieren nicht die Klicks, sie verwässern sie.
- Formulare: Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist eine Mikro-Entscheidung. Jedes Dropdown mit dreißig Einträgen ist eine Bremse.
- Preisseiten: Drei Tarife funktionieren besser als sieben, weil die Vergleichbarkeit erhalten bleibt.
Beispiel aus der Praxis
Die Lösung: Entscheidungen bewusst gestalten
- Pro Sektion eine Hauptaktion. Sekundäre Aktionen dürfen existieren, aber visuell klar untergeordnet.
- Navigation gruppieren statt strecken. Sieben gleichwertige Punkte werden zu drei Gruppen mit Unterpunkten.
- Defaults setzen. Wenn 80 % der Nutzer dieselbe Wahl treffen, mach sie zur Vorauswahl.
- Progressive Offenlegung. Zeige Optionen erst, wenn sie relevant werden, nicht alle gleichzeitig.
| Stelle | Typischer Fehler | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Hauptmenü | 9 Top-Level-Punkte | 4–5 Punkte, Rest in Gruppen |
| Hero-Sektion | 3 gleichwertige Buttons | 1 primärer Button, 1 Text-Link |
| Kontaktformular | 12 Felder | 4 Felder, Rest optional im Gespräch |
| Preisseite | 6 Tarife | 3 Tarife plus „Individuell“ |
Der Maluure-Ansatz
Die häufigste Ursache für schwache Websites ist nicht schlechtes Design, sondern zu viele gleichwertige Entscheidungen. Wer alles wichtig macht, macht nichts wichtig.
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Häufige Fragen
Was besagt Hick's Law?+
Was hat Hick's Law mit Webdesign zu tun?+
Wie viele Menüpunkte sind ideal?+
Heißt das, ich soll möglichst wenig anbieten?+
Wie wende ich Hick's Law auf Formulare an?+
Gilt Hick's Law auch für Online-Shops?+
Quellen
- Hick, W. E. (1952): On the rate of gain of information, Quarterly Journal of Experimental Psychology (1952)
- Hyman, R. (1953): Stimulus information as a determinant of reaction time, Journal of Experimental Psychology (1953)
- Nielsen Norman Group: Hick's Law, Making the choice easier for users, Nielsen Norman Group

Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.
Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.
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