Website-Konzept erstellen: Unser Strategie-Prozess vor Design und Code
Wie wir bei Maluure eine Website planen, bevor ein Designer oder Entwickler anfängt: Briefing, Ziele, Sitemap, Navigation und Ablauf. Der strategische Vorlauf, der über den Erfolg jeder Website entscheidet.


Warum ein Website-Konzept vor Design und Code entsteht
Die meisten Website-Projekte scheitern nicht am Design oder an der Technik. Sie scheitern an dem, was davor fehlt: einer klaren Website-Strategie und einem sauberen Konzept. Wer direkt in Layouts, Templates oder Codezeilen springt, gestaltet ins Leere und optimiert später an den falschen Stellen. Auch die Standish Group zeigt seit Jahren: der wichtigste Erfolgsfaktor in digitalen Projekten sind klare Anforderungen vor Umsetzungsbeginn.[3]
Bei Maluure gehen wir deshalb einen anderen Weg. Bevor ein Designer eine Farbe wählt und bevor ein Entwickler eine Zeile Code schreibt, führen wir jedes Projekt durch einen strukturierten Strategie-Prozess. Dieser Prozess ist keine formale Pflichtübung, sondern die Grundlage für alles, was danach kommt. Für diesen Vorlauf haben wir ein eigenes internes Tool entwickelt, das wir im Onboarding-Termin nutzen und anschließend per öffentlichem Link mit dir teilen, damit wir gemeinsam am Scope arbeiten können. Wie so ein geteilter Onboarding-Raum konkret aussieht, kannst du dir an unserem eigenen Beispielprojekt anschauen: buzzz-hub.com/project/maluure-demo – dort haben wir die Maluure-Website selbst analysiert und alle Schritte offen dokumentiert.
Website-Konzeption: Was gehört in ein professionelles Konzept?
Ein tragfähiges Konzept für eine Website beantwortet vor Design und Entwicklung fünf Fragen: Wer bist du, wen willst du erreichen, was soll die Seite bewirken, wie ist sie strukturiert und wie kommen wir dorthin. Jeder dieser Schritte hat bei uns einen eigenen Baustein im Onboarding.
| Schritt | Was passiert | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Briefing | Unternehmen, Zielgruppe, Wettbewerb, Look | Gemeinsames Bild des Projekts |
| 2. Zieldefinition | Konkrete Ziele plus Maßnahmen | Messbare Website-Ziele |
| 3. Sitemap | Seitenstruktur und Verknüpfungen | Architektur der Website |
| 4. Navigation | Hauptmenü, Subpunkte, Verhalten | Führungssystem für Besucher |
| 5. Ablauf | Timeline, Todos, Verantwortungen | Verbindlicher Fahrplan |
Erst wenn diese fünf Schritte abgeschlossen sind, übergeben wir das Projekt an das Design-Team, das dann auf einer klaren Informationsgrundlage arbeitet. Wenn du wissen willst, wie das im Detail aussieht, findest du unter Maluure-Page™ das produktisierte Format dahinter.
Schritt 1: Wie sieht ein gutes Website-Briefing aus?

Das Website-Briefing ist die längste und wichtigste Phase im Kickoff. Wir stellen hier bewusst viele Fragen, weil jede Antwort spätere Entscheidungen entlastet. Ein Briefing, das nach 15 Minuten fertig ist, kostet später Wochen an Nacharbeit.
Unternehmen und Angebot
- Wie heißt das Unternehmen oder die Marke und wofür steht sie?
- Welche Produkte oder Dienstleistungen werden angeboten?
- Gibt es bereits eine bestehende Website, und wenn ja, was funktioniert daran und was nicht?
Zielgruppe und Botschaft
- Wer ist die wichtigste Zielgruppe, wer ist die Wunschkundschaft?
- Welche drei zentralen Probleme oder Fragen bewegen diese Zielgruppe?
- Was sollen Besucher nach 10 Sekunden auf der Startseite verstanden haben?
- Warum sollte man sich für dieses Angebot entscheiden, nicht für das der Konkurrenz?
- Welche Einwände oder Unsicherheiten tauchen typischerweise vor einer Anfrage auf?
- Welche konkrete Handlung sollen Besucher am Ende der Seite ausführen?
- Von welchen direkten Wettbewerbern soll sich die Marke visuell und inhaltlich abgrenzen?
Look, Wirkung und Tonalität
- Welche zwei bis fünf Websites gefallen dir und warum genau?
- Welche ein bis drei Websites gefallen dir nicht und warum?
- Welche Vibes sollen dominieren: editorial, warm, minimal, high-end, verspielt, bold, soft, tech-modern oder organisch?
- Welche fünf Begriffe beschreiben Look und Wirkung in deinen eigenen Worten?
- Wie soll die Website sprechen: sachlich, persönlich, direkt, poetisch?
Wie diese Fragen später in ein konkretes visuelles System übersetzt werden, siehst du in unserer Leistung Branding.
Inhalte, Material und Rahmenbedingungen
- Welche Inhalte, Texte, Bilder oder Videos liegen bereits vor?
- Werden neue professionelle Fotos oder Videos benötigt?
- Gibt es ein Corporate Design oder einen Styleguide?
- Gibt es Wunsch-Funktionen, technische Anforderungen oder Systeme, an die angebunden werden muss?
Schritt 2: Website-Strategie entwickeln – wie definieren wir messbare Ziele?
Nach dem Briefing halten wir jedes Ziel einzeln fest und ergänzen es direkt mit einer konkreten Maßnahme. So wird aus einem Wunsch eine gestalterische oder technische Entscheidung, die später verifizierbar ist. Genau hier trennt sich eine reine Website-Konzeption von einer echten Website-Strategie.
Ein paar Beispiele, wie das aussieht:
- Ziel: Kundschaft im Luxussegment ansprechen und überzeugen. Maßnahme: Hochwertiges Understatement-Design mit viel Weißraum, ruhigem Rhythmus und editorialer Typografie.
- Ziel: Tickets für ein Event verkaufen. Maßnahme: Ticket-Button dauerhaft in der Navigation sichtbar plus Aktions-Banner für Frühbucherphasen.
- Ziel: Anfragen aus dem Mittelstand generieren. Maßnahme: Klare CTA-Boxen am Ende jeder Leistungsseite und ein Kontaktformular mit maximal fünf Feldern.
- Ziel: Bewerbungen für offene Stellen erhöhen. Maßnahme: Dedizierte Karriereseite mit Team-Portraits, Benefits und einer sichtbaren Kurzbewerbung.
- Ziel: Vertrauen bei Neukundschaft aufbauen. Maßnahme: Case Studies mit echten Zahlen, Testimonials mit Klarnamen und Portrait, Logos bekannter Kunden.
- Ziel: Support-Anfragen reduzieren. Maßnahme: Prominente FAQ-Sektion, Wissensbasis mit Suche und selbsterklärende Preistabellen.
Jedes Ziel bekommt so ein direktes Gegenstück in der späteren Umsetzung. Das ist der Punkt, an dem Design aufhört, Geschmackssache zu sein, und anfängt, ein Werkzeug zu werden.
Eine Website ohne definierte Ziele ist eine Visitenkarte im Internet. Eine Website mit klaren Zielen ist ein Werkzeug. Der Unterschied entsteht nicht im Layout, sondern in der Stunde davor.
Schritt 3: Wie entsteht die Sitemap einer Website?
Steht die Zielrichtung, bauen wir die Sitemap gemeinsam in unserem Online-Tool. Die Sitemap ist der Bauplan der Website und beantwortet vier Kernfragen:
- Welche Unterseiten braucht die Website wirklich, und welche werden aus Gewohnheit gefordert?
- Wie sind diese Seiten miteinander verknüpft, welche Wege soll Besucher nehmen?
- Welche dynamischen Seiten wie Blogposts, Case Studies, Produkte oder Locations gibt es?
- Welche Seite ist der zentrale Conversion-Punkt und wie führen alle Wege dorthin?
Eine gute Sitemap ist nicht die längste, sondern die klarste. Wir prüfen jede Seite gegen die Ziele aus Schritt 2. Was keinem Ziel dient, fliegt raus oder wird zusammengeführt. Das erspart im Design-Prozess Diskussionen über Seiten, die niemand jemals besucht hätte. Auch Google empfiehlt eine flache, thematisch geordnete Struktur, weil sie sowohl für Menschen als auch für Crawler leichter zu erfassen ist.[2]

Schritt 4: Wie planen wir die Navigation?
Die Navigation ist das Führungssystem der Website. Sie entscheidet, welche Seiten überhaupt gefunden werden. Hier legen wir konkret fest:
- Welche Punkte gehören in die Hauptnavigation und welche bleiben Sub- oder Footer-Ebene?
- Braucht es eine Meganav mit Vorschau, klassische Aufklapper oder eine flache Struktur?
- Wo sitzt der primäre CTA, ist er permanent sichtbar oder scroll-abhängig?
- Wie verhält sich die Navigation mobil, sticky oder klassisch, mit Volloverlay oder Off-Canvas?
Die Navigation ist kein Nachgedanke, sondern der zweitwichtigste Baustein nach der Sitemap. Sie übersetzt Struktur in Verhalten.
Schritt 5: Website planen – Ablauf, Timeline und Zuständigkeiten

Aus dem Onboarding entstehen konkrete Todos, auf beiden Seiten. Wir halten sie im gleichen Tool fest, damit niemand raten muss, was gerade wo hängt. So lässt sich eine Website realistisch planen, nicht nur wünschen.
- Material sichten und sortieren: Logos, Fonts, bestehende Fotos, Videos.
- Content produzieren: neue Fotos oder Videos, Shootings planen, Texte finalisieren.
- Zugangsdaten sammeln: Domain, Hosting, Analytics, Social Accounts.
- Rechtliches vorbereiten: Impressum, Datenschutz, AGB, Consent-Konzept.
- Interne Freigaben klären: Wer im Team entscheidet über Design, Texte, Launch.
- Externe Abhängigkeiten sichern: Übersetzer, Fotografen, Steuerberater für Impressum.
Weil unser Onboarding-Tool jederzeit über einen öffentlichen Link erreichbar ist, sehen alle Beteiligten immer den aktuellen Stand. Kein „Ich habe die Mail nicht gefunden", kein Excel-Chaos, kein Rückfrage-Ping-Pong. Der Scope bleibt sichtbar.
Die anschließende Umsetzung übernimmt unser Team unter Webdesign.
Website-Konzept Vorlage: Die Checkliste zum Abschreiben
Wenn du dir eine eigene Website-Konzept-Vorlage bauen willst, halte dich an diese Struktur. Jede Zeile ist ein Kapitel im Konzept-Dokument:
| Kapitel | Inhalt | Wer liefert |
|---|---|---|
| 1. Ausgangslage | Marke, Angebot, Wettbewerb, aktuelle Website | Kunde + Agentur |
| 2. Zielgruppen | Primäre und sekundäre Zielgruppen, Bedürfnisse | Kunde |
| 3. Ziele & KPIs | 3–6 Ziele mit messbarer Kennzahl | Gemeinsam |
| 4. Look & Tonalität | Moodboard, Referenzen, No-Gos | Gemeinsam |
| 5. Sitemap | Alle Seiten, Hierarchie, Conversion-Punkt | Agentur |
| 6. Navigation | Hauptnav, Subnav, Footer, Mobile-Verhalten | Agentur |
| 7. Content-Plan | Pro Seite: Bausteine, Textumfang, Medien | Gemeinsam |
| 8. Technik & SEO | CMS, Integrationen, URL-Struktur, Redirects | Agentur |
| 9. Timeline | Meilensteine, Freigaben, Launch-Datum | Gemeinsam |
| 10. Rollen | Wer entscheidet was, wer liefert was | Gemeinsam |
Typische Fehler bei einem Website-Konzept
Nach Dutzenden Website-Projekten sehen wir immer wieder dieselben Muster, die eine gute Idee ausbremsen:
- Zu früh in Design springen. Farben und Fonts werden diskutiert, bevor Zielgruppe und Ziele klar sind.
- Ziele ohne Messgröße. „Mehr Kunden" ist kein Ziel. „30 qualifizierte Anfragen pro Monat" ist eins.
- Jede Wunschseite in die Sitemap. Seiten, die keinem Ziel dienen, verdünnen die Wirkung der wichtigen.
- Navigation als Nachgedanke. Wer die Navigation erst im Design entscheidet, baut sie später drei Mal um.
- Content-Aufwand unterschätzt. Texte, Fotos und Videos entstehen nicht nebenbei – ohne Content-Plan verzögert sich jeder Launch.
- Kein Ansprechpartner auf Kundenseite. Ohne klare Entscheidungshoheit blockiert jede Freigabe.
Wir haben noch nie ein Projekt gesehen, das an zu viel Konzept gescheitert wäre. Aber viele, die an zu wenig gescheitert sind.
Wie lange dauert ein Website-Konzept?
Für kleine bis mittlere Business-Websites planen wir 2 bis 3 Wochen vom Onboarding-Termin bis zur freigegebenen Sitemap. Bei Plattformen, mehrsprachigen Auftritten oder komplexen Nutzerflüssen sind 4 bis 6 Wochen realistisch. Die Zeit teilt sich grob so auf:
- Woche 1: Kickoff, Briefing, Zielarbeit.
- Woche 2: Sitemap, Navigation, erste Content-Bausteine.
- Woche 3: Feinschliff, Freigabe, Übergabe an Design.
Wichtig: Die Kalenderzeit hängt weniger an unserer Arbeit als an den Rückmeldungen von Entscheider:innen. Deshalb definieren wir gleich zu Beginn, wer auf Kundenseite freigibt und in welchem Rhythmus.
Was passiert erst nach dem Strategie-Prozess?
Erst wenn Briefing, Ziele, Sitemap, Navigation und Ablauf verbindlich stehen, übergeben wir an das Design-Team. Dieses arbeitet nicht mehr auf Basis von Bauchgefühl, sondern auf Grundlage einer Informationsbasis, an der Kunde und Strategie-Team gemeinsam gearbeitet haben.
Das Ergebnis: schnellere Designphase, weniger Korrekturschleifen, weniger nachträgliche Umbauten in der Entwicklung. Was viele als Overhead empfinden, ist in Wahrheit der Grund, warum Projekte in Time und in Budget landen.
Wie aus dieser strategischen Grundlage anschließend ein konkretes Interface entsteht – von Corporate Identity über interaktive Klickdummies bis zum finalen Screendesign – haben wir im zweiten Teil dieser Serie ausführlich beschrieben: Webdesign-Prozess: Vom Konzept zum Screendesign. Dort zeigen wir, warum die Wahl der Plattform (WordPress, Webflow, Lovable) in der Designphase zweitrangig ist und wie wir jede Design-Entscheidung an die Ziele aus dem Konzept zurückbinden.
Fazit: Warum sich der Vorlauf immer rechnet
Ein Website-Konzept ist keine akademische Fingerübung, sondern die günstigste Phase eines Projekts, in der Fehler noch fast nichts kosten. Wer hier Zeit investiert, spart Wochen später im Design, im Content und in der Entwicklung. Und bekommt am Ende eine Website, die nicht nur aussieht, sondern arbeitet.
Wenn du eine neue Website planst und diesen Prozess strukturiert durchlaufen willst, begleiten wir dich vom Kickoff bis zum Launch, mit unserem Onboarding-Tool als gemeinsamer Arbeitsfläche.
Passt dazu
- Website erstellen lassen – Preise 2026 (mit Rechner): Kalkuliere transparent den Rahmen für dein Projekt.
- Leistung: Branding: So entsteht eine Marke, die im Konzept trägt.
- Leistung: Print: Das Konzept konsistent ins gedruckte Erlebnis übersetzen.
FAQ: Website-Konzept erstellen
Was gehört in ein Website-Konzept? Ein belastbares Website-Konzept enthält Ziele, Zielgruppen, Kernbotschaften, Sitemap, Navigationslogik, Content-Struktur pro Seitentyp, technische Anforderungen und ein Redaktions- bzw. SEO-Konzept. Design und Umsetzung kommen erst danach.
Was kostet ein professionelles Website-Konzept? Je nach Umfang zwischen 1.500 € (Kompakt-Konzept für Landingpages) und 8.000 €+ (Corporate-Konzept mit Personas, Content-Strategie und SEO-Konzept). Bei uns ist die Konzept-Phase Teil jedes Maluure-Page-Projekts und im Preisrechner transparent kalkuliert.
Wie lange dauert ein Website-Konzept? Für einen mittelständischen Auftritt rechnen wir 1–3 Wochen: eine Woche Recherche und Workshop, ein bis zwei Wochen Ausarbeitung und Freigabe. Kompakte Landingpage-Konzepte sind in wenigen Tagen fertig.
Konzept vor oder nach dem Design? Immer vorher. Ohne Ziele, Zielgruppen und Struktur ist Screendesign Geschmackssache. Wir starten deshalb jedes Projekt mit einem Strategie-Workshop und übersetzen erst dann in Screendesign.
Braucht auch eine kleine Website ein Konzept? Ja. Auch eine 5-Seiten-Website braucht klare Ziele, Zielgruppen und eine Sitemap. Der Prozess ist nur kürzer: ein Workshop, eine Konzeptseite, ein Freigabetermin – dann Design.
Häufige Fragen
Was ist ein Website-Konzept?+
Wie erstelle ich ein Website-Konzept Schritt für Schritt?+
Was gehört in ein professionelles Website-Konzept?+
Was kostet ein Website-Konzept?+
Wie lange dauert ein Website-Konzept?+
Braucht auch eine kleine Website ein Konzept?+
Was ist der Unterschied zwischen Website-Konzept und Website-Strategie?+
Wie unterscheidet sich ein Website-Briefing von einem Fragebogen?+
Gibt es eine Vorlage für ein Website-Konzept?+
Was sind typische Fehler bei einem Website-Konzept?+
Gibt es ein Live-Beispiel für euer Onboarding-Tool?+
Quellen
- Nielsen Norman Group: Information Architecture Basics, Nielsen Norman Group (2022)
- Google Search Central: Site Structure Guidelines, Google (2024)
- Standish Group CHAOS Report – Projekterfolg durch klare Anforderungen, Standish Group (2020)

Josef leitet die strategische und gestalterische Entwicklung von Marken bei Maluure. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er mittelständische Unternehmen von der Markenpositionierung bis zur digitalen Umsetzung.
Geschäftsführer der Maluure GmbH, Köln. Spezialisiert auf Corporate Design, Markenstrategie und digitale Markenerlebnisse.
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